Bernhard Beispiel
Acryl, Digital
Die Arbeiten von Bernhard Beispiel bewegen sich zwischen Beobachtung und Erinnerung. Ihre Malerei nimmt Landschaft nicht als festgelegten Ort wahr, sondern als einen Raum, in dem sich persönliche Erfahrungen, Lichtstimmungen und vergangene Momente überlagern. Der Norden ist dabei allgegenwärtig, ohne sich unmittelbar in konkreten Motiven festzuschreiben.
Beispiel arbeitet mit reduzierten Formen, gedämpften Farbtönen und bewusst gesetzten Leerstellen. Ihre Bilder entstehen langsam und in mehreren Schichten, wobei einzelne Spuren früherer Zustände sichtbar bleiben. Farbe wird aufgetragen, wieder abgenommen, überarbeitet und schließlich an bestimmten Stellen stehen gelassen. So entstehen Bildräume, die zwischen Klarheit und Unschärfe changieren.
Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie sich ein Ort erinnern lässt, ohne ihn abzubilden. Horizontlinien, architektonische Fragmente und abstrahierte Landschaftselemente tauchen immer wieder auf. Sie geben den Bildern eine räumliche Orientierung, bleiben jedoch bewusst offen. Was zunächst vertraut erscheint, entzieht sich bei genauerer Betrachtung einer eindeutigen Zuordnung.